Nachdem wir eingehend über das leidige Thema Bügeln nachgedacht haben, möchten wir Ihnen an erster Stelle empfehlen, es von jemand anderem erledigen zu lassen. Falls das nicht möglich ist was ja durchaus sein könnte , dann beißen Sie einfach in den sauren Apfel und legen Sie los!
Im Grunde ist es nämlich ein überaus befriedigendes Gefühl, ein perfekt gebügeltes, faltenfreies Kleidungsstück auf einen Kleiderbügel zu hängen, um es später voller Stolz zu tragen. Denken Sie an diesen Silberstreif am Horizont und lesen Sie weiter…
Wie bügelt man ein Hemd?
Bügeln ist wohl die Aufgabe im Haushalt, die nur wenige Männer erfolgreich meistern. Doch mit unserer Anleitung für das Bügeln von Hemden gehören Falten jetzt endgültig der Vergangenheit an …
- Die Grundzüge
Es mag auf der Hand liegen, aber Sie sollten Ihr Bügelbrett unbedingt an einem sauberen, gut beleuchteten Ort aufstellen – Sie möchten bestimmt nicht, dass ein Hemdsärmel ins Katzenklo baumelt. Wenn Sie Rechtshänder sind, sollte sich die Bügeleisenablage zu Ihrer Rechten befinden, genauso wie die Steckdose.
Befüllen Sie das Bügeleisen fast bis zum Höchststand mit Wasser, vorzugsweise destilliert – nehmen Sie unbedingt destilliertes, wenn Sie in einer Gegend mit hartem Wasser wohnen (Rostflecken machen sich auf einem weißen Hemd nicht besonders gut). Stellen Sie die Temperatur ein, die auf dem Etikett im Hemd angegeben ist (mehr darüber später), stellen Sie das Bügeleisen aufrecht hin und lassen Sie es ein paar Minuten warm werden. Die Temperaturstufe muss auf jeden Fall stimmen – zu heiß und das Hemd bekommt Brandflecken, die aussehen, als seien Sie einem Lagerfeuer zu nah gekommen. Zu kalt und die Falten weigern sich, zu verschwinden.
Ist das Hemd nach dem Waschen extrem verknittert, sprühen Sie es vor dem Bügeln mit Wasser ein, damit es leicht feucht ist. - Ran ans Hemd
Der Kragen
Hier sollten Sie anfangen. Legen Sie das Hemd mit dem Kragen nach rechts auf das Bügelbrett und bügeln Sie zunächst die Innenseite, von den Spitzen nach innen. Benutzen Sie die ganze Zeit die Dampffunktion des Bügeleisens und bewegen Sie es stetig über den Stoff – es empfiehlt sich nicht, an dieser Stelle eine kleine Pause zu machen, außer Sie möchten einen attraktiven, bügeleisenförmigen Brandfleck um den Hals tragen. Drehen Sie das Hemd dann um und gehen Sie auf der anderen Seite genauso vor. Wenn Sie Ihre Freunde im Golfclub mit einer ausgeprägten Falte am Kragen beeindrucken möchten, falten Sie ihn um und bügeln nochmals darüber.
Der Sattel
Dann geht es mit dem Sattel weiter – aber Moment mal, weg vom Fernseher! Es geht hier nicht um Pferderennen, also wieder zurück ans Bügelbrett. Als Sattel (auch Passe) bezeichnet man den Teil des Hemds, der sich hinten über die Schultern erstreckt. Hängen Sie Ihr Hemd mit der Innenseite des Sattels nach oben über das spitze Ende des Bügelbretts und plätten Sie es. Wenn der Sattel nicht ganz auf das Bügelbrett passt, müssen Sie das Hemd drehen und den Vorgang wiederholen.
Die Ärmel
Jetzt kommen die Ärmel dran, eine ziemlich kniffelige Aufgabe. Legen Sie eine Manschette flach auf das Bügelbrett und bügeln Sie sie von innen. Nehmen Sie dann den dazugehörigen Ärmel und legen Sie ihn glatt auf das Brett – versuchen Sie, die bereits vorhandene, gewollte Bügelfalte im Ärmel beizubehalten. Bügeln Sie zunächst in Richtung Schulter, dann in Richtung Manschette. Mit dem anderen Ärmel wiederholen. Es kann vorkommen, dass Sie mehr Falten in das Hemd hineinbügeln, als Sie eliminieren … ein höchst ärgerlicher Teufelskreis. Bleiben Sie in diesem Fall unbedingt ruhig und widerstehen Sie der Versuchung, Ihr Hemd wegzuwerfen. Besprühen Sie die entsprechenden Stellen lieber mit etwas Wasser und bügeln Sie noch einmal darüber.
Der Rumpfteil
Nun können Sie den Rest des Hemds bügeln – eine schöne, weil leichte Arbeit. Ziehen Sie vor dem Bügeln das Vorderteil des Hemds mit den Knopflöchern über die Länge des Bügelbretts, wobei der Kragen nach links zeigt. Beginnen Sie Ihr Werk oben am Kragen, ziehen Sie das Hemd dabei auf das spitze Ende des Bügelbretts und arbeiten Sie sich nach unten vor. Bügeln Sie sich zum Hemdrücken durch, wobei Sie das Hemd auf dem Bügelbrett drehen. Streichen Sie den Stoff vor dem Bügeln glatt. Wenn Sie am Vorderteil mit den Knöpfen angelangt sind, bügeln Sie auch dieses von oben nach unten. Den Stoff zwischen den Knöpfen glätten Sie mit der Spitze des Eisens.
Und schließlich ...
Damit Sie sich die Mühe nicht umsonst gemacht haben, werfen Sie Ihr frisch gebügeltes Hemd nicht auf einen Stuhl oder das Bett und setzen Sie sich dann darauf! Hängen Sie es sofort auf einen Kleiderbügel und schließen Sie die Kragenknöpfe sowie die ersten zwei oder drei oberen Knöpfe, dann bleibt es schön in Form.
Und wem das alles etwas zu kompliziert und zeitraubend vorkommt, der greife zu bügelfreien Hemden – neben dem Rad und dem Telegrafendraht eine der größten Errungenschaften der Menschheit.








